
Heute abend wurden die familieninternen Weihnachts-Gutscheine für einen gemeinsamen Besuch des “Phantom der Oper” eingelöst.
Auch wenn viel mehr gesungen wird, unterscheiden sich Musicals nicht von Theatervorstellungen. Es gibt immer die gleichen Probleme:
Menschen, die ihren Platz nicht finden und andere Besucher lautstark von ihren Plätzen verscheuchen.
Lungen, die in einem Hustenanfall annähernd kollabieren.
Bonbonpapiergeraschel.
Turmfisuren oder unverzichtbare Hutapplikationen.
Natürlich sollte auch heute abend dies alles nicht fehlen:
Ein Paar mittleren Alters verstrickt sich mit der fünfköpfigen Familie in der Reihe vor uns in eine der typischen “Ich glaube, Sie sitzen auf meinem Platz!”-Diskussionen. Diesmal hatten nur beide Besucherpaare Recht, denn beide hatten Karten für die besagten Plätze. Mit einem Blick auf die Karten der Neuankömmlinge konnte eines der 9xklugen Kinder weitere Fragen beenden.
| 9xk-M: | “War der 12. nicht letzte Woche!” |
Begleitet von Schmach, Schande, Schadenfreude (gibt es noch ein passendes Wort mit “Sch”?) und auch ein wenig Wehmut, verließen die Verlierer des Tages die Bühne.
Somit blieb uns die fünfköpfige Familie erhalten - shit!
Entweder ist Hyperaktivität ansteckender als H5N1, draußen gab es einen Stand mit “All-u-can-eat-Traubenzucker” oder Hämorrhoiden sind vererbbar. Auf jeden Fall konnte keiner in dieser Familie länger als 30 s ruhig sitzen, ohne sich zu Räuspern, sich nach vorne oder zur Seite zu lehen, den Kopf zu neigen, geräuschvoll ein Taschentuch aus der Gesäßtasche zu fummeln,…
Falls sich hier eine fünfköpfige Familie angesprochen fühlt: Sie saßen im rechten Rang, Reihe 17, Plätze 1-5 und nächstes Mal die Tabletten vorher nicht vergessen.