Man stelle sich einmal vor (so ähnlich, wie Sophie in ihrer Telefonzelle), dass man in einer total überfüllten Kneipe in Dublin sitzt und sich genüßlich ein leckeres Guinness trinkt, während zwei Akustikgitarrenspieler auf der Bühne die Hits der letzten 30 Jahre covern. Alles entspannt, alle singen mit und alle sind sturzbetrunken.
Bisher hatte ich gedacht, dass mit zunehmender Alkoholisierung die Wahrnehmungsfähigkeit schwindet. Folge: Alles schmeckt super, alle sehen gut aus und Gespräche sind immer sinnvoll. Aber v.a. nimmt der Geruchssinn ab - davon war ich bisher überzeugt. Was also hat die vorwiegend englischen - und da kann sich wohl jeder vorstellen, dass die an einem Samstag abend nur noch wenig Wahrnehmung zurückbehalten haben - Besucher der Kneipe dazu bewogen, eine komplette Ecke der Räumlichkeit inklusive 15 Sitzmöglichkeiten zu räumen?
Nein, nicht Freibier, keine Stripperinnen auf der Bühne, sondern Don Juan, der sich mit seinen nackten Füßen auf der Bank einen Platz - statt der beiden Schönheiten links und rechts von ihm - eroberte.

(Hat diese Aufnahme wohl mitbekommen, so dass ich später sein angefangenes Bier geschenkt bekommen habe.)
Auch spätere Versuche der Landgewinnung in diesem Teil der Kneipe endeten in einem baldigen Rückzug der Eroberer, so dass Don Juan irgendwann von dannen zog.
Später sahen wir ihn dann in der Nähe einer Trommlergruppe tanzen, so dass uns noch ein Blick in den Eingriff seiner Retro-Unterhose gewährt wurde - ja, Hosen können tatsächlich so tief rutschen.
